Die blockierte Republik – scobel im Gespräch: Mit Frank Trentmann
Shownotes
Deutschland wirkt müde, überfordert, blockiert: Aber warum eigentlich? Im Gespräch mit dem Historiker Frank Trentmann gehen wir der Frage nach, wie sich die Bundesrepublik mental selbst im Weg steht und was unsere Geschichte damit zu tun hat.
Ausgehend von Trentmanns Büchern „Aufbruch des Gewissens. Eine Geschichte der Deutschen von 1942 bis heute“ und „Die blockierte Republik. Deutschland zwischen Vergangenheit und Revolution“ diskutieren wir:
✨ wie sich nach 1945 der Blick von Schuld zu Scham verschiebt und warum das den Umgang mit der NS-Vergangenheit bis heute prägt
✨ wie eine ausgreifende Moralrhetorik zur Ressource wird: Zur Selbstentlastung, zum Opferwettbewerb und zur politischen Waffe
✨ warum Ostalgie und Westalgie zwei Seiten derselben nostalgischen Verklärung sind und was dabei über DDR-Diktatur und westliche Aufbauhilfe gern ausgeblendet wird
✨ weshalb Deutschland Migration fast nur noch als Problem sieht, obwohl der Sozialstaat auf Zuwanderung angewiesen ist
✨ wieso die Rentenfrage, die Angst vor sozialem Abstieg und gefühlte Ungleichheit Populismus befeuern, obwohl die Daten ein differenzierteres Bild zeichnen
✨ und wie eine lebendige Demokratiekultur aussehen könnte, die nicht nur von Wahlen lebt, sondern von eingeübter Streitkultur, Perspektivwechsel und „kindness“ im Alltag
Statt in Kulturpessimismus zu versinken, fragt Trentmann historisch informiert:
Was würde passieren, wenn wir unsere Gegenwart nicht einfach in die Zukunft verlängern, sondern uns an frühere Phasen radikalen Wandels erinnern: Lastenausgleich, Wohnungsbau, Rentenreform, Einwanderung und daraus Mut für neue Lösungen schöpfen?
Ein Gespräch über Geschichte als Störung des Tunnelblicks, über die Rolle der politischen Mitte, die Grenzen von Narrativen und darüber, warum Demokratie eine einzuübende Praxis ist und kein Versprechen auf ewige Stabilität.
📅 Neue Ausgaben immer donnerstags, 19 Uhr.
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0:00 👉 Vorstellung Frank Trentmann
0:42 👉 „Früher war alles besser"? – Nostalgie, AfD und die Angst vor der Zukunft
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Moderation, Recherche & Skript: Gert Scobel
Gast: Frank Trentmann
Eine Produktion der probono Fernsehproduktion GmbH:
Anja Görner, Friedrich Küppersbusch, Jürgen Ohls, Kim Plettemeier, Maxie Römhild und René Fischell
Mit Unterstützung von:
Alexander Hollmer, Arne Clasvogt, Claus Ast und Pascal Hadré
Finanziert wird dieser Kanal von drei gemeinnützigen Organisationen:
Der Udo Keller Stiftung Forum Humanum (🔗 https://www.forum-humanum.org/start.html) und der Okeanos - Stiftung für das Meer (🔗 https://okeanos-stiftung.org/) sowie vom AVE Institut für Achtsamkeit, Verbundenheit, Engagement (🔗 https://ave-institut.de/).
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Fragen und Anregungen gerne jederzeit per Mail an scobel@probono.tv.
Und Tschüss.
#scobel
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