Glaubte Jesus wirklich an ein Leben nach dem Tod? – scobel
Shownotes
Was passiert nach dem Tod? Gibt es ein Leben nach dem Tod, eine unsterbliche Seele, Auferstehung oder ist der Tod tatsächlich das Ende? Heute geht es um eine der ältesten Fragen von Wissenschaft, Philosophie und Religion: Warum können wir Menschen unsere eigene Sterblichkeit denken und warum fällt es uns so schwer, sie zu akzeptieren?
Wir folgen den Spuren von Sokrates, Platon, dem Judentum, dem frühen Christentum und Jesus selbst. Dabei entsteht eine unbequeme Frage: Glaubte Jesus wirklich an ein Paradies und ein Leben nach dem Tod oder haben spätere christliche Theologen jüdische, griechische und ägyptische Vorstellungen zu einer neuen Idee von Auferstehung verbunden?
Zwischen Philosophie, Religionsgeschichte und existenzieller Selbstbefragung zeigen wir wie stark unsere heutigen Vorstellungen vom Tod kulturell geprägt sind. Es geht um Seele und Körper, das leere Grab, die Auferstehung des Fleisches, die Angst vor dem Sterben und um die erstaunliche Erkenntnis, dass unser Wissen über den Tod heute vielleicht nicht größer ist als vor 2500 Jahren.
📅 Neue Ausgaben immer donnerstags, 19 Uhr.
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0:00 👉 Intro
1:01 👉 Warum wir über den Tod nachdenken müssen
2:54 👉 Sokrates und die Erfindung der Unsterblichkeit der Seele
8:58 👉 Der jüdische Jesus und das Ende des Lebens
11:38 👉 Von Ägypten über Griechenland zum Christentum
15:47 👉 Die Geburt der Auferstehungsidee
20:41 👉 Zurück auf Anfang
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Moderation, Recherche & Skript: Gert Scobel
Zeichnungen: Claus Ast
Eine Produktion der probono Fernsehproduktion GmbH: Anja Görner, Friedrich Küppersbusch, Jürgen Ohls, Kim Plettemeier, Maxie Römhild und René Fischell
Mit Unterstützung von: Alexander Hollmer, Annluise-Sophie Schröter, Arne Clasvogt und Pascal Hadré
Finanziert wird dieser Kanal vom gemeinnützigen AVE Institut für Achtsamkeit, Verbundenheit, Engagement (🔗 https://ave-institut.de/).
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Fragen und Anregungen gerne jederzeit per Mail an scobel@probono.tv.
Und Tschüss.
#scobel
Transkript anzeigen
00:00:00: Es liegt nicht nur daran, dass ich selber ein Boomer bin was die Wahrscheinlichkeit erhöht in den nächsten hundert Jahren zu sterben.
00:00:06: Vielmehr ist Tod seit jeher ein zentrales Thema der Philosophie – ein sogenanntes Existenzial wie heiliger sagen würde.
00:00:13: Im Phaedon dem für die westlichen Zivilisation wahrscheinlich wirkmächtigsten Text des Nachdenkens über den Tod legt Plato seine Hauptfigur Socrates folgende Worte in den Mund Alle, die sich in der rechten Weise mit der Philosophie befassen beschäftigen sich offenbar mit nichts anderem als mit dem Sterben und dem Tod.
00:00:32: Der Satz gilt bis heute.
00:00:33: Warum?
00:00:34: Weil der Mensch das bislang einzige uns bekannte Lebewesen ist – dass die Frage nach dem Sinn von seinen überhaupt stellen kann!
00:00:42: Und vielleicht sogar beantworten kann… Wobei ich nicht ausschließe, dass sich die KIs also diese Aliens mitten unter uns allmählich auch dazu gesellen werden und auch darüber mit uns nachdenken und womöglich zu anderen Schlüssen kommen werden als wir was den Tod betrifft.
00:00:57: Aber noch haben die Kis kein Problem mit dem Umgang...mit dem Tod.
00:01:13: Um nochmal auf Heideger zurückzukommen Das menschliche Sein lässt sich eben nicht mit den gewohnten Kategorien bestimmen, mit denen wir uns auf ein seilendes Beziehen und es zu Bestimmen suchen.
00:01:25: Ein Seilen spricht zum Beispiel oft Dinge.
00:01:28: Der Mensch ist wenn überhaupt ein Lebewesen Das weiß, dass es seilend ist und seine Bedeutung über diese Tatsache und aus ihr versucht zu erschließen.
00:01:37: Also Ihr ahnt worum es geht?
00:01:38: Ich will über den Tod nachdenken!
00:01:41: Und das ist eine durchaus lebensbejahende und notwendige Thematik zumal für alle die philosophieren und darüber hinaus für alle, die sterben werden.
00:01:49: Schreibt ruhig in die Kommentare, ob ihr jemanden kennt oder kennen gelernt habt denn nicht stirbt.
00:01:53: Für diesmal will ich mir einen einzigen, wie es scheint eher vernachlässigten Aspekt der Frage nach dem Tod herausgreifen, der mit der Hauptreligion des Westens also mit dem Christentum zu tun hat und daher auch mit der Tatsache dass Jesus selbst also der Begründer des Christentums Jude war.
00:02:09: das Paradoxe ist, dass sich erst nach Jesu Tod mit den Christentoum der heutige Glaube an seine Auferstehung hat.
00:02:19: So richtig das ist, so sehr bleibt doch auch die entscheidende Frage wie Jesus selbst denn eigentlich die Sache mit dem Tod gesehen hat.
00:02:25: und da gibt es ein paar offene Fragen.
00:02:27: Ich glaube, kleiner Spoiler.
00:02:29: Dass vieles dafür spricht, dass Jesus viele Dinge anders gesehen hat und zwar anders als die, die hunderte Jahre nach ihm auf die Welt kamen und zu einer Zeit lebten in der seine Geschichte bereits untrennbar mit seinem Tod und seiner wie auch immer zu denkenden Auferstellungen verbunden worden ist.
00:02:44: Jesus war wie gesagt selber Jude und nicht bereits Christ.
00:02:48: Und das hat was das Nachdenken über den Tod betrifft eine Reihe von Folgen.
00:02:52: Darum geht es in dieser Ausgabe!
00:03:02: Unser Problem als Sterbliche ist, dass wir nicht gehen wollen.
00:03:07: Wir finden es bei allem Elend das es um uns herum gibt gut hier zu sein.
00:03:12: Zu leben ist eine schöne Sache deren Elend erstens nur darin besteht dass wir irgendwann den Planeten und alle die uns lieben die wir lieben verlassen müssen Und zweitens dass andere Menschen wie die Geschichte Jesu zeigt uns dieses Leben, so schön es ist und so gut es ist absolut zur Hölle machen können.
00:03:34: Denn die Geschichte Jesu ist ja die Geschichte eines Menschen der alles versucht hat menschlich zu leben und genau deshalb und zwar aus genau diesem Grund von anderen Menschen und nicht durch eine Katastrophe, ein Erdbeben, neidische Götter oder sonst was getötet wurde.
00:03:49: Der Tod Jesu war eine Gewalttart von Menschen an einem Menschen!
00:03:54: Unser Problem heute ist dass sich das leider wenig geändert hat und wir Angst haben und traurig sind weil wir nicht endgültig gehen und dem Planeten verlassen wollen zumal nicht in Unordnung.
00:04:06: also glauben wir dass es doch noch einen Weg aus dieser Einwegfalle geben müsste Zumal wir das Gefühl haben, ja nicht einfach identisch zu sein mit unserem Körper.
00:04:16: Denn nachweislich ja nach unserem Tod kompostiert wenn er nicht verbrannt wird.
00:04:21: also glauben wir dass das was wir Geist nennen irgendwie anders als unser Körper überlebensfähig sein könnte.
00:04:28: kleiner Spoiler Christen glauben anders als die Griechen Nicht dass die Seele unsterblich ist.
00:04:34: Die meisten christen Glauben Nämlich Dass die ganze Person Also Geist oder Seele und Körper auferstehen werden.
00:04:41: Und zwar, wenn die betreffende Person sich immer schön redlich bemüht hat und schön brav gewesen ist
00:04:46: usw.,
00:04:47: dann kann sie oder er oder alle außerhalb oder dazwischen einziehen in die Gefilde, die die First Nation in den USA und Kanada die ewigen Jagdgründe nannte – kurzum!
00:04:57: Wir haben einen Körper aber sind wir unser Körper?
00:05:01: Und darauf gibt es natürlich unterschiedliche Antworten.
00:05:03: Was uns traurig macht beim Nachdenken über den Tod ist nicht zuletzt auch das sein Mensch ein bestimmtes Bewusstsein, seine Art und Weise und Form mit uns zusammen da zu sein.
00:05:14: Zu leben dieser gesamte Raum den dieser Mensch erschafft plötzlich nicht mehr da ist.
00:05:19: das ist traurig.
00:05:20: und dass er nie mehr da sein wird außer in unserer Erinnerung und die verblasst allmählich.
00:05:25: aber genau das nennen wir Tod sein.
00:05:28: Platos Schrift Phaedon ist in dieser Frage der wahrscheinlich wirkmächtigste Text der wirkmächtigste Gründungstext über das Nachdenken, überhaupt in der westlichen Kultur.
00:05:39: Und Plato ließ wie eben erwähnt Socrates formulieren dass alle die sich in der rechten Weise mit dem Leben befassen also Philosophieren sich mit dem Sterben und dem Tod befassen.
00:05:48: Phaedon, der Freund des Socrates nachdem der Text benannt ist war derjenige in der Geschichte der von Socrates tot und von seinen letzten Gesprächen erzählt.
00:05:57: ihr wisst Socrates also die Grundungsfigur der westliche Philosophie überhaupt wurde nicht viel anders übrigens als Jesus von seinen Mitbürgern, als Verderber der Jugend und Gotteslästra angeklagt.
00:06:09: Und dann – anders als Jesus – zum Selbstmord verurteilt!
00:06:12: Socrates verbringt dann seine letzten Stunden damit erstaunlich gelassen die Frage der Unsterblichkeit der Seele zu erforschen.
00:06:20: Und dieses Handeln seines Sterben entspricht auch der Art und Weise wie Socrates vorher gelebt hat… nämlich philosophierend.
00:06:28: Und das bedeutet im Gespräch, in Diskussion mit anderen, mit Freunden – die Frage ist, helfen solche Gespräche angesichts des Todes?
00:06:37: Ja!
00:06:37: In jedem Fall sagt Socrates.
00:06:40: Sein Rat tut es.
00:06:41: Denn das was uns bis zum Ende bleibt, ist sich bis zum ende mit seinen Freunden über solche Fragen zu unterhalten und die Gedanken zu teilen, und vor allen Dingen zusammenzusein.
00:06:52: Was zur Residenzforschung wissen wir – das ist ein ganz wesentliches Merkmal von Resilienz!
00:06:58: Und genau dass dieses Zusammensein auch der Sinn eines Gastmahls ist und es ist der Sinn nicht nur der Philosophie sondern des Philosophiens überhaupt.
00:07:08: Was Socrates mit seinen Freunden diskutiert, ist nach wie vor hochmodern.
00:07:13: Die ungarisch-amerikanische Philosophin Agnes Kaya fasst die Argumente in ihrem neuen sehr lesenswerten Buch Socrates – Wie man durch ein philosophisches Leben die Angst vor fast allem verliert folgendermaßen zusammen.
00:07:26: De facto ist für niemanden offensichtlich was mit einem Menschen nach seinem Tod geschieht und wenn manche behaupten dass das Klarseil steht ihr Verhalten im Widerspruch zu ihrer Behauptung.
00:07:37: Diejenigen, die darauf bestehen das etwas, dass man die Wissenschaft nennt.
00:07:40: Die Möglichkeit des Lebens nach dem Tod endgültig ausschließt verhalten sich weiterhin so als ob die Seelen ihrer Angehörigen noch unter uns wären und diejenigen, sie sich von zum Glauben an die Unsterblichkeit der Seele bekennen trauern um ihre verstorbenen Angehörung als ob deren Seelen ausgelöscht werden.
00:07:59: Und keine der beiden Gruppen geht mit Leichen in einer Weise um, die mit ihrer proklamierten Sicht auf den Tod vereinbar wäre.
00:08:08: Wenn es um die Frage geht was mit der Seele nach dem Tod geschieht, schwanken wir!
00:08:13: Was Socrates angeht, der im Angesicht des Todes mit seinen Freunden über die Unsterblichkeit der SeeLE diskutiert ist er selbst nicht sicher Ob seine Angst, die er in der Todesnähe natürlich verspürt.
00:08:27: Die Klarheit seiner Argumente verbiegt und seine Argumnte irgendwie verschönt in eine bestimmte Richtung biegt.
00:08:33: Sokrates fordert deshalb seine Freunde auf das Thema Tod- und Unsterblichkeit nach seinem Tod noch mal weiterzudenken!
00:08:41: So oder so, die meisten heutigen Vorstellungen von der Unsterblichkeit der Seele sind im Prinzip nichts anderes als Varianten dieser Argumente von Socrates.
00:08:50: Die sich aus Platosphilosophie beziehungsweise der Deutung des gelassenen Sterbens von Sokrates nach seinem Tod ergeben.
00:09:05: Und jetzt wird es interessant!
00:09:07: Denn diese Vorstellung Platus alias Socrates trafen Jahrhunderte später und nach dem Tod Jesu mit der allmählichen Entstehung des Christentums zusammen.
00:09:18: Und die ersten Theologen, die meist griechisch oder nicht mal wie Jesus Aramees sprachen, bedienten sich mit der griechen Sprache natürlich auch der griesischen Terminologie zu der notgedrungen auch die griechesche Philosophie gehörte – diese griecherzogenen und denkenden Theologien, christlichen Glauben auf die jüdische Religion beziehen mussten neben dem Hellenismus, also der griechischen Philosophie.
00:09:43: Denn Jesus war ja wie gesagt bis zum letzten Artenzug Jude.
00:09:46: Die standen nun vor einer Reihe von Problemen.
00:09:50: Denn im Judentum gibt es zunächst keine heilsbestimmende Jenseitsvorstellung.
00:09:55: was es gab waren bewusst waage gehaltene Vorunterweltvorstellungen.
00:10:01: Aber was zum Beispiel dieser Ort der Finsternis Sheol war oder sein sollte, wusste kein Jude genau.
00:10:08: Feststand nur diese Ortes nicht sprechens, der Dunkelheit ist ein Ort, der von allem Leben abgeschnitten ist.
00:10:17: Dieser Ort war noch nicht mal in Zwischenbereich – im alten Israel war deshalb auch konsequent und radikal jede Art von Totenkult- oder Totenbeschwörung verboten!
00:10:29: Er war genauso verboten, wie sich ein Bildnis von Gott zu machen.
00:10:32: Und all das erinnert natürlich auch an buddhistische Vorstellungen.
00:10:36: An dieser Stelle des Nachdenkens über Leben und Tod alle Begriffe und das Denken fallen zu lassen.
00:10:42: Kurzum – Vorstellung vom Gott sollte man sich genauso wenig machen als Vorstellung vom Jenseits.
00:10:49: Gott so wird Jesus selber ja mehrfach zitiert im neuen Testament ist ein Gott der Lebenden nicht ein Gott.
00:10:55: Das ist sehr jüdisch formuliert, denn zu leben bedeutet eine Beziehung zu Gott zu haben.
00:11:01: Mit dem Tod bricht diese Beziehungen jedoch ab weil man um eine Beziehenung zu haben einen Körper braucht.
00:11:08: Die Sadduzer lenden noch zur Zeit Jesus ein ewiges Leben ab, weil sich in der Torah ihrer Meinung nach kein einziger Hinweis auf ein solches Leben nach den Tod finden ließ.
00:11:23: immer noch aktuelle Frage, was denn eigentlich mit dem Leben nach den Tod ist.
00:11:27: Hätte gelautet, Tod ist das Ende!
00:11:30: Doch dann änderte sich die Sache noch vor der Zeit Jesu und seines Todes – warum?
00:11:35: Aufgrund der politischen Verhältnisse dazu gleich.
00:11:42: Von Ägypten über Griechenland zum Christentum.
00:11:45: Erstaunlich an der bisherigen wie mir scheint völlig richtigen Darstellung der Entwicklung im Judentum ist, dass das Judentom ja in unmittelbarer Nähe zu vielleicht größten Toten- und Jenseitsreligion überhaupt entstanden war, nämlich der von Ägypten mit seinen Pyramiden, seinem Totenkult um den Pharao.
00:12:02: Ägyptens Götterwelt ist politistisch.
00:12:05: die ägyptische Religion hat sich auch nie bemüht diese Vielfalt der Göttern wie bei uns zu einer Einheit zu bringen irgendwie.
00:12:13: Die egyptische religion belässt ihre Religion in einem steten Wandel der Götter und Göttinnen, die Geschichten von diesen Göttern und Götten verändern sich einfach im Laufe der Zeit.
00:12:23: Das widerspricht wie man schnell sieht nahezu vollkommen den Denken Platos wo es ja immer um das eine, dass wahre und das gute geht.
00:12:31: also man muss alles irgendwie zusammenbringen unter einer Idee zusammenfüllen.
00:12:36: Eine historische Ausnahme in der Geschichte Ägyptens gibt's allerdings Und das ist die Phase der Regierungszeit von Echnaton uns seiner berühmten Gartin Nofretete.
00:12:46: Echnaton erfindet um den Monotheismus und führt ihn gegen großen Widerstand am Hof und bei den Priestern auch rituell ein, weshalb er seine Residenz aus Sicherheitsgründen verlegt.
00:13:02: Mit einem Mal ist Gott der eine und Allmächtige!
00:13:05: Was aber auch bei Echnaton bleibt, ist die Vorstellung dass jemand der gestorben Auf dem Weg zum ewigen Leben, die von der Nachtsonne erhältte Unterwelt durchquert und dann mit dem Sonnenaufgang neu geboren wird.
00:13:21: Vorausgesetzt – der Verstorben oder die Verstorbene hat die Prüfung durch das Jenseitsgericht auch schön bestanden!
00:13:26: Nicht ein finsteres Totenreich erwartet ihn oder sie dann sondern das Gefilde der Seligen unter der ewig strahlenden
00:13:34: Sonne.".
00:13:36: Diese Vision einer glückseligen Ewigkeit erzählt von der Überwindung der Trauer, an deren Stelle die Gewissheit eines paradiesischen Lebens danach tritt.
00:13:45: Das ist wenn überhaupt später christlich oder wird aus Ägypten wie mir scheint neu entdeckt und dann christlich geframed aber es ist eben nicht primär jüdisch!
00:13:58: Und wie gesagt Jesus war Jude.
00:14:00: also zurück zum Judentum dass bekanntlich dezidiert nicht ägyptisch ist und diesen Unterschied auch klar definiert.
00:14:09: Spät aber dann doch... ändert sich die Haltung gegenüber dem Jenseits in der jüdischen Community, und zwar mit dem Makalbeer-Aufstand.
00:14:17: Also den bewaffneten Kampf gegen das Solarkidenreich und von diesem unterstützten Gruppierung ab ungefähr hundertundsechzig vor unserer Zeitrechnung.
00:14:27: Und das Problem bestand darin Menschen genauer gläubigen Juden zu dieser Zeit zum Motivieren, in diesen nicht sehr aussichtsreichen Kampf gegen die Solarkinen zu sterben!
00:14:39: Wofür sollte man sterben?
00:14:41: Die Antwort ist eine, die bis heute immer wieder gegeben wird.
00:14:44: Die übrigens auch damals schon gegeben wurde weil du wenn du für diese eine gute Sache stirbst auch weiter leben wirst.
00:14:51: Du wirst belohnt werden.
00:14:52: und wie genau und wo?
00:14:54: sagen wir mal bei Gott Ja und wie sieht das genau aus?
00:14:59: Die antwort darauf lautet natürlich erinnere dich daran als jude sollst du dir keine Vorstellungen von Gott machen also lass es gefälligst aufs du wirst schon rechtzeitig sehen.
00:15:08: damit setzen allmähliche doch Veränderungen zumindest in Bezug auf die Nahtodesvorstellung ein, die dann übergehen in zahlreiche apokalyptische Bewegung und Sekten bis genau in jeden Zeit hinein, in der Jesus selber lebte.
00:15:24: Und die Jesus-Bewegung war – wenn man das mal sachlich von außen betrachtet – zu dieser Zeit eine von vielen solchen neuen apokalyptischen Sekten, zu denen beispielsweise auch die Essener gehörten.
00:15:37: Zu denen Jesus ja möglicherweise intensive Kontakte hatte.
00:15:41: Diese Bewegungen gehen allerdings in der Regel auf vorjüdische und meist dualistisch geprägte Vorstellungen
00:15:47: zurück.".
00:15:52: Die Geburt der Auferstehungsidee.
00:15:54: Meine Interpretation, mit der ich nicht nur unter den Theologen und Forscherinnen auch aus anderen Disziplinen nicht alleine bin ist nun.
00:16:03: Dass zwar nicht Jesus selbst wohl aber die späteren Christen buchstäblich über die Köpfe der Judinnen und Juden hinweg an die große ägyptische Vorstellungswelt anknüpften, sie aber dabei veränderten oder adaptierten zumal sie Grieche starten.
00:16:19: Was man definitiv sagen kann ist dass der Auferstehungslaube im Christenturm natürlich erstens nach dem Tod Jesu einsetzt wie sollte es anders sein?
00:16:28: und zweitens etwas völlig anderes beinhaltet als Platusvorstellung von der unsterblichen Seele.
00:16:34: Warum?
00:16:35: Naja Bis ins christliche Glaubensbekenntnis hinein meint Auferstehung immer auch Auferstehungen des Leibes.
00:16:42: Beziehungsweise wörtlich das Fleisches, Griechisch steht da Sargs im Text.
00:16:47: Diese Vorstellung wäre Plato nicht nur merkwürdig sondern vollkommen abwegig vorgekommen, Körper kompostieren!
00:16:55: Aber genau deshalb war und ist das leere Grab für das Christentum so wichtig, dass er durch das Tuch und das Einballsamieren von Ferne an die ägyptischen Vorbilder erinnert.
00:17:06: Jesus wird ja mit einem Leichentuch bedeckt usw.
00:17:09: Der zentrale Punkt dabei ist die Geschichte vom leeren Grab – und diese ist keine Geschichte, die Jesus selbst erzählt hat oder erzählen konnte oder die vom Leben Jesu handelt wie das neue Testament sonst!
00:17:23: Vielmehr handelte es sich ja um eine Geschichte, die über ihn erzählt wurde und logischerweise erst nach seinem Tod entstanden ist oder entstehen konnte.
00:17:31: Und dieses Narrativ lautet Jesus der Mensch, der gestorben ist und der wirklich tot war, wurde von Gott eben doch gerettet.
00:17:38: Nun lebt er weil er eben nicht nur Mensch sondern auch Gottes Sohn war!
00:17:43: Das ist ne vollkommen andere Konstellation sowohl als bei Plato also in Ägypten Obwohl Echnathorn natürlich auch als Sohn des Sonnengottes gesehen wurde und sich in diese Erzählstruktur an der Stelle irgendwie einreit.
00:17:57: Ohne weiter in die Tiefe- und Einzelexegese von Begriffen zu gehen, dürfte deutlich geworden sein dass es berechtigte Zweifel daran gibt das Jesus selbst als Jude wirklich davon überzeugt war nach seinem eigenen Tod in jedem Fall weiterzuleben.
00:18:13: Ich persönlich glaube daß Jesus das nicht angenommen hat.
00:18:17: In dieser Hinsicht war und blieb Jesus Jude.
00:18:19: Die Szene am Kreuz lässt das jedenfalls offen, und legt Jesus ein Zitat in den
00:18:24: Mund.".
00:18:24: Das ist also eine schriftstellerische Konstruktion kann man annehmen.
00:18:28: Nämlich Psalm twenty-two.
00:18:30: Kennt ihr vielleicht?
00:18:30: Das Zitat lautet Mein Gott!
00:18:32: Mein Gott warum hast du mich verlassen?
00:18:34: Komischerweise heißt er ja in den Evangelium Er habe laut nach Elias gerufen.
00:18:40: Was soll das nun bedeuten?
00:18:41: Das macht ja irgendwie überhaupt keinen Sinn Außer, dass man hier an der Stelle rein philologisch also von der Analyse des Sprache her anmerken kann.
00:18:50: Dass es sich möglicherweise um einen Hörfehler gehandelt hat.
00:18:53: Warum?
00:18:54: Für Leute die tiefer einsteigen wollen bei Matthäus Kapitel siebenzwanzig färß sechsenvierzig heißt ist das Jesus?
00:19:00: um die neunte Stunde mit lauter Stimme schrie Eli Elie Lema Sabachtani übersetzt also mein Gott mein Gott warum hast du mich verlassen?
00:19:11: in der Hebräischen Fassung das Wort Eliatah übersetzt, mein Gott du oder Du bist mein Gott.
00:19:19: Und dieses Eliatah hört sich zum Verwechseln an wie das Arameische Eliatá – Eliacom.
00:19:26: Das könnte den Fehler erklären!
00:19:29: Was ich also sagen will ist wenn Jesus als gläubiger Jude gestorben ist dann ist es mehr als wahrscheinlich dass er nicht ein Leben nach dem Tod glaubte und allenfalls hoffte undenkbaren Form bei Gott zu sein, wobei der tote Körper ja genau diese Beziehung eigentlich unmöglich macht.
00:19:47: Die späteren christlichen Theologinnen haben sich – weil sie griechisch dachten und folglich auch grieches philosophierten – bei der Ausgestaltung ihrer Dogmatik also ihres Denkgebäudes dessen Entwicklung sich dann über Jahrhunderte und im Grunde bis heute streckte darum bemühen müssen jüdische mit griechen Überlieferungen zumischen und dabei heftig auch von ägyptischen Vorstellungen, vom paradiesischen Leben nach dem Tod Gebrauch macht.
00:20:14: Wahrscheinlich werden einige sehr gläubige Menschen jetzt sagen ich sei da ein seltsamer Schwurmler!
00:20:21: Aber wer tiefer in die historische Lage und die Analyse der Begriffe im griechischen, im ägyptischen Arameeschen oder hebräischem Einsteig wird sehen – dass diese Theorie wahrscheinlicher ist als sie, dass Jesus selber so eine ausgefeilte christliche Dogmatik im Kopf hatte und mit klaren Glauben an ein Leben nach dem Tod gestorben ist.
00:20:45: Zurück auf Anfang
00:20:47: Noch mal zurück zu Plato, mit dem ich ja begonnen hatte.
00:20:49: Als Criton Socrates fragt wie sollen wir dich denn nun bestatten?
00:20:55: Antwortet Socrates mit einem Lächeln ganz wie es euch beliebt wenn ihr mich nur zu fassen kriegt und ich euch nicht entwische!
00:21:03: Das ist natürlich höchst zweibäutig und ironisch.
00:21:06: den Sokrates fährt fort und erklärt das Ich kann ihr Männer Critons nicht davon überzeugen dass ich hier Dieser Socrates bin, der sich jetzt mit euch unterhält und jedes Wort an die richtige Stelle rückt.
00:21:19: Er meint vielleicht, ich sei jener den er in Kürze als Leichnamen sehen wird und deswegen fragte mich wie er mich bestatten soll!
00:21:28: Denn lasst dir gesagt sein, mein bester Criton eine nicht korrekte Ausdrucksweise ist nicht nur an sich selbst ein Verstoß sondern fügt auch den Seelen einen Schaden zu.
00:21:37: Du solltest daher getrost sagen dass es mein Körper isst den du bestattest.
00:21:42: Und zwar so bestattet, wie es dir lieb ist und wie es deiner Meinung nach den Geflogenheiten am besten
00:21:48: entspricht.".
00:21:49: Anders noch mal mit Agnes Kaya formuliert Wenn die Seele den Tod überlebt dann deshalb weil sie vom Körper getrennt wird.
00:21:57: daraus würde folgen dass sie ab dem Augenblick des Todes nicht mehr das erlebt was der Erleichnamen erlebt und dass das was mit dem Leichname geschieht für die betroffene Person keine Bedeutung mehr hat Und dass nach dem Tod das Schicksal der Seele vom Schicksall des Körpers losgelöst ist.
00:22:15: So, und damit landen wir wieder bei Sokrates selbst, der sagt entweder es das Tod sei wie ein Nichtsein – wobei der Gestorben keine Empfindung hat von irgendwas oder es ist eine Veränderung nämlich einen Wegzug der SeeLE von dem Ort hier an einen anderen Ort.
00:22:32: Ja, und über diesen anderen Ort können wir leider nicht wirklich was sagen!
00:22:36: Womit wir vor der seltsamen Erkenntnis stehen, dass unser Wissenstand heute in Bezug auf den Tod und das Leben nach dem Tod nicht anders ist als vor zweitausendfünfhundert Jahren.
00:22:46: Ich hoffe jedenfalls der kleine Exkurs über den Tod hat euch gefallen!
00:22:50: Und auch wenn das Thema ja eher etwas trauriges und unerfreulich freuen wir uns, wenn ihr weitergebt, daß euch das Video gefallen hat.
00:22:59: Und damit und tschüss!
00:23:03: Gertz-Gobel, produziert von der Pro Bono Fernsehproduktion GmbH.
00:23:08: Postproduktion Rene Fischell Musik Pascal Hadré, Sprecherin Kimplette Meyer.
00:23:13: Finanziert wird dieses Projekt von der gemeinnützigen Stiftung AVE dem Institut für Achtsamkeit Verbundenheit und Engagement.
00:23:21: Den Link dazu findet ihr in der Folgenbeschreibung.
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